Limonade-Trinken für mehr Biodiversität

Schülerinnen und Schüler der AG Umwelt widmeten sich in ihrem jüngsten Projekt den invasiven Neophyten. Anstatt sie auszureißen, stellten sie aus dem japanischen Staudenknöterich einfach eine Limonade her. „Limo-Trinken für mehr Biodiversität“ lautete das Motto. Neophyten sind Pflanzen, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Das ist prinzipiell nicht schlimm. So kam unsere beliebte Rosskastanie etwa im 16. Jahrhundert von Südosteuropa zu uns nach Mitteleuropa. Problematisch wird es erst dann, wenn sich Neophyten invasiv ausbreiten, wodurch andere Arten von ihrem Standort verdrängt werden. Bei uns typische, invasive Neophyten sind das Indische Springkraut und der Japanische Staudenknöterich. Sie bedrohen durch ihre expansive Ausbreitung unsere heimische Biodiversität. Im Schuljahr 2015/16 wurde daher ein Neophyten-Projekt gestartet. Ziel war es, zum einen auf die Problematik der invasiven Neophyten aufmerksam zu machen und zum anderen neue Wege in der Zurückdrängung zu gehen. Die Artenvielfalt zu erhalten, muss nicht immer heißen, alles auszureißen oder zu vergiften, was einen stört. Man kann sich den vermeintlichen ‚Störenfried‘ auch zu Nutze machen. Monika „Neophyzia“ Wölfl (siehe Bild) war und bleibt die perfekte Projektpartnerin fand. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Neophyten-Problematik und geht dabei andere, unkonventionelle Wege. Unter anderem entwickelte sie auch ein eigenes Rezept für eine Knöterich-Limonade. Und so machten sich die AG-Umwelt-Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Andreas Rußwurm und der „Neophyzia“ im Mai auf den Weg, die jungen verzehrfähigen Knöterich-Sprosse zu ernten. Knöterichstandorte gibt es im Berchtesgadener Talkessel (leider) sehr viele. Für die Ernte der besonderen Limonaden-Zutat wurden allerdings verkehrsabgelegene Plätze wie am Aschauer Weiherbad oder an der Königsseer Ache gewählt. Die Großkofferraumladung Knöterich wurde in die Kelterei Stadler am Högl gebracht, gepresst und zu Limonade weiter verarbeitet, die rund 10 Prozent Knöterichsaft enthält. Insgesamt konnten 100 Mehrwegflaschen (0,33 Liter) abgefüllt werden. Uns war besonders wichtig, das Projekt nicht nur von Anfang bis Ende durchzudenken, sondern auch entsprechend umzusetzen. So endete das Neophyten-Projekt nicht mit der Abfüllung der Flaschen, sondern die Schüler entwickelten auch einen Namen für „ihr“ Getränk. So fiel die Wahl schlussendlich einstimmig auf „Knötermonade“. Für den Verkauf am diesjährigen Schulsommerfest des Gymnasiums Berchtesgaden wurden dann die entsprechenden Flaschenetiketten gestaltet und der Verkauf samt Standl organisiert. Die eisgekühlte „Knötermonade“ fand bei den Gästen reißenden Absatz und wurde bis auf die letzte Flasche leer getrunken. Der einstimmige Tenor: Die Knötermonade schmeckt herrlich erfrischend und es ist toll, Neophyten einfach wegzutrinken anstatt sie auszureißen oder mit Gift zu verdrängen. Wer Lust auf eine Kostprobe des innovativen, artenschutzfreundlichen Getränks hat, der kann die Knöterich-Limonade bei der Kelterei Stadler am Högl käuflich erwerben oder auf die nächste Saison warten, denn der Jahrgang 2017, produziert von der AG Umwelt soll noch schmackhafter werden. Wir sind gespannt. Das AG-Umwelt-Projekt rund um die Neopythen geht also weiter. Wir wollen neben der Herstellung der Knötermonade weiter untersuchen, wie der Knöterich kulinarisch auf andere Art und Weise genutzt werden kann. Man darf gespannt sein auf die nächste Verkostung!
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Wald wird zum Klassenzimmer

Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Berchtesgaden engagieren sich in der „AG Umwelt“ und pflanzten vor kurzem gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten Jungbäume, um die heimischen Wälder auf den Klimawandel vorzubereiten. Damit setzt das Gymnasium Berchtesgaden Akzente in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit.

„Junge Menschen brauchen die Chance, Nachhaltigkeit zu lernen, in dem sie sich aktiv beteiligen. Kurzum: uns geht es darum, Nachhaltigkeit nicht nur in der Theorie zu vermitteln, sondern auch in der Praxis umzusetzen“, bringt es Andreas Rußwurm auf den Punkt. Er leitet seit Beginn dieses Schuljahres die „AG Umwelt“, ein Wahlunterrichtsfach mit dem Titel „Umweltbildung“.

Neben weiteren Aktivitäten stand eine Baumpflanzaktion in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten auf dem Programm. Die AG-Umweltschüler pflanzten dabei ganz in der Nähe der Roßfeldstraße am Ofener Boden auf über 1000 Meter Seehöhe Lärchen und Waldkiefern. Derzeit stehen in diesem Areal hauptsächlich Fichten. Der Klimawandel macht auch vor unseren bayerischen Wäldern nicht halt. Im Gegenteil: Vor allem in höheren Regionen werden sich die klimatischen Veränderungen stärker bemerkbar machen. Die Bayerischen Staatsforsten bauen hier mit dem Umbau des Waldes vor. D.h. es werden heute vermehrt Baumarten gepflanzt, die mit zukünftigen, vielleicht extremeren Wetter- und Umweltbedingungen zurechtkommen.

Unterstützt wurden die Schüler bei der AG-Umwelt-Baumpflanzaktion von drei Waldarbeitern, die ihnen den Umgang mit den Gerätschaften wie der Pflanzhaue und natürlich das Pflanzen der dreijährigen Jungbäume zeigten. Von den Forstreferendaren Sarah Becker und Korbinian Häuslschmid erfuhren die „jungen Waldarbeiter“ allerhand Wissenswertes über den Forst etwa welchen Marktwert Bäume besitzen, wie mit dem Wild umgegangen wird oder wie die gerade gepflanzten Bäumchen künftig gepflegt werden müssen. Der Begriff Nachhaltigkeit hat ja in der Forstwissenschaft seinen Ursprung und kann den Schülern natürlich praktisch am besten vermittelt werden. Deshalb plant die AG Umwelt, die gepflanzten Kiefern und Lärchen in den folgenden Jahren zu (be)suchen und zu pflegen.
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