Veranstaltungen

Unternehmergymnasium erfolgreich

Pfarrkirchen. Mit insgesamt 37 Schülern ist der neue, zwölfte Jahrgang am Unternehmergymnasium Bayern auf den Weg gebracht worden. 20 Absolventen des elften Jahrgangs erhielten ihre Zeugnisse – und blickten noch einmal auf ihre Erlebnisse und Erfahrungen der "Unternehmerschule" zurück.

Anders als die bisherigen Veranstaltungen fand der diesjährige "Patenabend" nicht in der Aula, sondern in der neuen Mensa des Gymnasiums statt – die erste Veranstaltung dieser Art in den neuen Räumlichkeiten, die, wie Schulleiter Peter Brendel betonte, von den Schülern sehr gut angenommen werden. Aktuell werden pro Woche gut 300 Essen verkauft. Auch an diesem Abend wurden die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und von den benachbarten Schulen hier bewirtet – mit bayerischen Köstlichkeiten wie Obatzda, Erdäpfelkas und Leberkäse.

Über die Führungskräfte von morgen diskutierten: von links Karl-Heinz Moser, Wolfgang Aigner, MdL Reserl Sem, Gudrun Sachs und Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl. Über die Führungskräfte von morgen diskutierten: von links Karl-Heinz Moser, Wolfgang Aigner, MdL Reserl Sem, Gudrun Sachs und Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl. Zuvor jedoch galt es, den elften Jahrgang des "Unternehmergymnasiums Bayern" mit seinen 20 Absolventen, darunter fünf vom Gymnasium Berchtesgaden, zu verabschieden. Amelie Rau und Julian Schwate ließen die Unternehmerschule Revue passieren, zuerst gab es Impressionen per Powerpoint-Präsentation, dann einen ausführlichen Rückblick auf die Aktionen im "U-Gym".

Stefanie Lindner als Vertreterin der Hans-Lindner-Stiftung freute sich in ihrem Grußwort, dass die Schüler hier "das Rüstzeug" für ein erfolgreiches Unternehmertum erhalten, "die Zusammenarbeit ist immer sehr produktiv". Sie warb noch einmal dafür, dass sich an diesem Abend für die Schüler des neuen Jahrgangs möglichst viele Paten finden – und wünschte sich, "dass ihr die Chance nutzt, die euch hier geboten wird." Stv. Landrätin Edeltraud Plattner sah in den U-Gym-Absolventen die "Führungskräfte" von morgen, immerhin sei eine tragfähige und zukunftsorientierte Wirtschaft mit die Basis für eine lebens- und liebenswerte Heimat. Bürgermeister Wolfgang Beißmann dankte dafür, dass die Stadt Pfarrkirchen Heimat des Unternehmergymnasiums Bayern sein dürfe. "Bildung und Unternehmertum wird groß geschrieben und eng begleitet" – auch als Stadt werde man einen Beitrag dazu leisten, versicherte Beißmann: In diesem Jahr wird auch er als Bürgermeister ein "Patenamt" für einen Absolventen übernehmen.

Über die "Führungskräfte von morgen" diskutierten im Rahmen des Patenabends MdL Reserl Sem, Dr. Thomas Pröckl (Geschäftsführer Pröckl GmbH), Wolfgang Aigner (früherer Programmbereichsleiter beim Bayerischen Rundfunk), Karl-Heinz Moser (Vizepräsident Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz) und Gudrun Sachs (Geschäftsführende Gesellschafterin der Oskar Sachs GmbH und Co). Der Landkreis, betonte Reserl Sem, werde gestützt und getragen von zahlreichen mittelständischen Familienunternehmen, worüber man sehr dankbar sei. Notwendig und wichtig sei nun, so Wolfgang Aigner, dass die Digitalisierung nicht verschlafen werde und auch die Infrastruktur weiter ausgebaut werde: "Wir hoffen alle, dass die Autobahn A94 nächstes Jahr fertig wird." Außerdem machte Dr. Thomas Pröckl klar, brauche man, um zukunftsfähig zu sein, hochqualifizierte Mitarbeiter, den Architekten genauso wie den gut ausgebildeten Maurer oder Schreiner.

Auch Unternehmer mit Mut braucht es, verdeutlichte Karl-Heinz Moser, und auch wenn sich an den Eigenschaften, die man fürs Unternehmertum braucht, nichts geändert hat – Fachkompetenz, menschliche Qualitäten, Visionen, die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren, an die gleichen Ziele zu glauben – so sei der Führungsstil doch in den vergangenen Jahren weniger autoritär geworden. Dass ein Familienunternehmen nicht automatisch "verpflichtet", daran erinnerte Diplom-Kauffrau Gudrun Sachs. "Es sind nicht nur die Gene, die einen zum Unternehmer machen", stellte sie fest. "Manchmal klappt das, manchmal nicht." Indes könne man im Familienbetrieb auf die Erfahrung der Eltern zurück greifen, "man bekommt schon als Kind die Gespräche über Freud und Leid mit", von Anfang an steckt man in der Lebensschule zum Unternehmertum. Früher seien Frauen in die Nachfolge eines Handwerksbetriebes gar nicht miteinbezogen worden, heute "steht einem als Frau alles offen, wenn man das will", so Sachs.

Auch wenn der "Männeranteil" im Unternehmergymnasium in jedem Jahrgang überwiegt – heuer freut man sich über 30 "Hoffnungsträger" aus Pfarrkirchen, wie Schulleiter Peter Brendel verriet, und sieben Schülern vom Gymnasium in Berchtesgaden. Weil die Zusammenarbeit mit den Oberbayern gut via Skype funktioniere und das dortige Team engagiert am Projekt mitarbeitet, gab es den U-Gym-Award in diesem Jahr für die Kollegen in Berchtesgaden. Stellvertretend nahmen ihn Rasmus Noeske und Lehrerin Elisabeth Wendl entgegen. Nach der Vorstellung der neuen Unternehmensschüler wurde "Networking" betrieben – von Tisch zu Tisch machte man sich auf die Suche nach einem Paten für die Reise durchs Unternehmertum.

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