Regio Rocks - Exkursion ins Landratsamt Berchtesgadener Land

Vier Schüler der zehnten Klasse des Gymnasiums Berchtesgaden, die sich für das Projekt „Regio Rocks“ beworben hatten, durften am Dienstag, den 20. November 2018, eine Organisation besuchen, die zwar eigentlich unauffällig arbeitet, aber für das Funktionieren unserer Gesellschaft doch unabdingbar ist - das Landratsamt. Obwohl es sich dabei eigentlich um kein Unternehmen im klassischen Sinne handelt, bietet es doch interessante Karrieremöglichkeiten für junge Leute. Nach einer Begrüßung von und einer Fragestunde mit Landrat Georg Grabner, der sich extra für die auserwählten Schüler aus Berchtesgaden, Bad Reichenhall und Laufen Zeit genommen hatte, referierte Dr. Birner von der Wirtschaftsservice GmbH über die Tatsache, dass es viele weltmarktführende Unternehmen im Landkreis gibt, die allerdings qualifizierten Nachwuchs brauchen, um ihren Bestand zu sichern. Deswegen bietet die Wirtschaftsservice GmbH die Unterstützung neu gegründeter Unternehmen und Start-Ups oder die Vermittlung von Praktikumsplätzen für interessierte Jugendliche an. Weiter wies Dr. Birner darauf hin, dass es genug Ausbildungsmöglichkeiten im Berchtesgadener Land gibt und junge Leute entgegen einer weitverbreiteten Meinung nicht wegziehen müssten, um eine gute Arbeit zu finden. Auch die dreiundzwanzigjährige Unternehmerin Franziska Böhnlein aus dem Hause des Energieunternehmers Schnurrer verwies darauf, dass der Landkreis junge Leute braucht, um die Wirtschaft zu erhalten. Zusammen mit den Wirtschaftsjunioren BGL hat Franziska Böhnlein das Programm „Start-up-teens“ geschaffen, das, ähnlich wie die Wirtschaftsservice GmbH, vor allem dazu dient, junge Regionalunternehmer zu fördern. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erfuhren die Schüler interessante Fakten über die Behördenstruktur des Landratsamts oder die Tatsache, dass Oberbayern das zweitgrößte Bruttoinlandsprodukt nach Hamburg hat. Außerdem stellten die jeweiligen Geschäftsbereichsleiter ihre jeweiligen Abteilungen des Landratsamts vor. Frau Koch, Leiterin des Geschäftsbereichs 1, hat mit einem frisch abgeschlossenen Jurastudium beispielweise die Leitung über die Arbeitsbereiche Jugend, Familie und Soziales und ungefähr 100 Mitarbeiter. Ihr unterstehen unter anderem das Jugendamt oder die Abteilung für Wohngeldunterstützung. Nach den Vorträgen durften die Schüler einmal das gesamte Landratsamt und die einzelnen Abteilungen von innen bestaunen. So wurde zum Beispiel das Referat für Bauen und Umwelt vorgestellt und über die vielen Schritte, die die Mitarbeiter zu erledigen haben, bis eine Baugenehmigung ausgestellt werden kann, berichtet. Außerdem durfte die Gruppe einen besonders interessanten Raum betreten - den EDV-Raum. In ihm stehen sämtliche Rechner, die das Landratsamt bis auf 57 Minuten im Jahr am Laufen halten. Danach ging es noch in die Zulassungsstelle, wo der Abteilungsleiter über die Abläufe bis zur Aushändigung eines neuen Kennzeichens und andere Themen informierte. Anschließend trafen sich alle Beteiligten wieder im großen Sitzungssaal, um bei Brotzeit und Getränken von Frau Grabner etwas über die Ausbildungsmöglichkeiten am Landratsamt zu erfahren. Eine dreijährige Ausbildung kann man mit einem qualifizierten Hauptschulabschluss oder einer mittleren Reife beginnen. Im sogenannten Dualen Studium, für das keine Studiengebühren anfallen und das sogar eine kostenlose Studentenunterkunft beinhaltet, kann man in drei Jahren abwechselnd praktische Erfahrungen im Landratsamt sammeln und an der Fachhochschule Hof studieren. Während des Dualen Studiums ist sogar ein Ausladsaufenthalt für die Studenten möglich. Das Landratsamt bietet sowohl nach dem Dualen Studium auch als nach der Ausbildung zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung an. Gegen 13 Uhr endete die für alle Beteiligten informative Exkursion ins Landratsamt - eine Behörde, die nicht nur langweilige Bürojobs, sondern viel mehr bietet.
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Unternehmerisches Denken und Handeln auch in der Schule

Seit drei Jahren beteiligen sich Schüler des Gymnasiums Berchtesgaden am Projekt des Unternehmergymnasiums Pfarrkirchen. Die Schüler erhalten eine 1- jährige spezifische, durch erfahrene Praktiker vermittelte, unternehmerische Ausbildung, mit dem Ziel unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln. Verbunden wird dies mit praktischen Erfahrungen im Rahmen des Betriebspraktikums in der 11. Jahrgangsstufe. Dieses Projekt soll einen Beitrag zur Gründerkultur leisten und wendet sich an Schüler, die mit dem Gedanken einer Selbständigkeit spielen oder schon ein eigenes Unternehmen gegründet haben. Durch die Verwirklichung neuer Geschäftsideen soll der ländliche Raum gestärkt und das Angebot an Arbeitsplätzen auch in der Zukunft gesichert werden. Am Ende erhalten die Schüler beim Patenabend ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme und die neuen Teilnehmer stellen sich vor. In diesem Jahr wurden den erfolgreichen Teilnehmern die Zertifikate von den Schulleitern, der stellvertretenden Landrätin des Landkreises Rottal-Inn, der Vorsitzenden des Fördervereins des Unternehmergymnasiums und der Vorsitzenden der Linde-Stiftung überreicht.
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Unternehmergymnasium erfolgreich

Pfarrkirchen. Mit insgesamt 37 Schülern ist der neue, zwölfte Jahrgang am Unternehmergymnasium Bayern auf den Weg gebracht worden. 20 Absolventen des elften Jahrgangs erhielten ihre Zeugnisse – und blickten noch einmal auf ihre Erlebnisse und Erfahrungen der "Unternehmerschule" zurück.

Anders als die bisherigen Veranstaltungen fand der diesjährige "Patenabend" nicht in der Aula, sondern in der neuen Mensa des Gymnasiums statt – die erste Veranstaltung dieser Art in den neuen Räumlichkeiten, die, wie Schulleiter Peter Brendel betonte, von den Schülern sehr gut angenommen werden. Aktuell werden pro Woche gut 300 Essen verkauft. Auch an diesem Abend wurden die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und von den benachbarten Schulen hier bewirtet – mit bayerischen Köstlichkeiten wie Obatzda, Erdäpfelkas und Leberkäse.

Über die Führungskräfte von morgen diskutierten: von links Karl-Heinz Moser, Wolfgang Aigner, MdL Reserl Sem, Gudrun Sachs und Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl. Über die Führungskräfte von morgen diskutierten: von links Karl-Heinz Moser, Wolfgang Aigner, MdL Reserl Sem, Gudrun Sachs und Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl. Zuvor jedoch galt es, den elften Jahrgang des "Unternehmergymnasiums Bayern" mit seinen 20 Absolventen, darunter fünf vom Gymnasium Berchtesgaden, zu verabschieden. Amelie Rau und Julian Schwate ließen die Unternehmerschule Revue passieren, zuerst gab es Impressionen per Powerpoint-Präsentation, dann einen ausführlichen Rückblick auf die Aktionen im "U-Gym".

Stefanie Lindner als Vertreterin der Hans-Lindner-Stiftung freute sich in ihrem Grußwort, dass die Schüler hier "das Rüstzeug" für ein erfolgreiches Unternehmertum erhalten, "die Zusammenarbeit ist immer sehr produktiv". Sie warb noch einmal dafür, dass sich an diesem Abend für die Schüler des neuen Jahrgangs möglichst viele Paten finden – und wünschte sich, "dass ihr die Chance nutzt, die euch hier geboten wird." Stv. Landrätin Edeltraud Plattner sah in den U-Gym-Absolventen die "Führungskräfte" von morgen, immerhin sei eine tragfähige und zukunftsorientierte Wirtschaft mit die Basis für eine lebens- und liebenswerte Heimat. Bürgermeister Wolfgang Beißmann dankte dafür, dass die Stadt Pfarrkirchen Heimat des Unternehmergymnasiums Bayern sein dürfe. "Bildung und Unternehmertum wird groß geschrieben und eng begleitet" – auch als Stadt werde man einen Beitrag dazu leisten, versicherte Beißmann: In diesem Jahr wird auch er als Bürgermeister ein "Patenamt" für einen Absolventen übernehmen.

Über die "Führungskräfte von morgen" diskutierten im Rahmen des Patenabends MdL Reserl Sem, Dr. Thomas Pröckl (Geschäftsführer Pröckl GmbH), Wolfgang Aigner (früherer Programmbereichsleiter beim Bayerischen Rundfunk), Karl-Heinz Moser (Vizepräsident Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz) und Gudrun Sachs (Geschäftsführende Gesellschafterin der Oskar Sachs GmbH und Co). Der Landkreis, betonte Reserl Sem, werde gestützt und getragen von zahlreichen mittelständischen Familienunternehmen, worüber man sehr dankbar sei. Notwendig und wichtig sei nun, so Wolfgang Aigner, dass die Digitalisierung nicht verschlafen werde und auch die Infrastruktur weiter ausgebaut werde: "Wir hoffen alle, dass die Autobahn A94 nächstes Jahr fertig wird." Außerdem machte Dr. Thomas Pröckl klar, brauche man, um zukunftsfähig zu sein, hochqualifizierte Mitarbeiter, den Architekten genauso wie den gut ausgebildeten Maurer oder Schreiner.

Auch Unternehmer mit Mut braucht es, verdeutlichte Karl-Heinz Moser, und auch wenn sich an den Eigenschaften, die man fürs Unternehmertum braucht, nichts geändert hat – Fachkompetenz, menschliche Qualitäten, Visionen, die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren, an die gleichen Ziele zu glauben – so sei der Führungsstil doch in den vergangenen Jahren weniger autoritär geworden. Dass ein Familienunternehmen nicht automatisch "verpflichtet", daran erinnerte Diplom-Kauffrau Gudrun Sachs. "Es sind nicht nur die Gene, die einen zum Unternehmer machen", stellte sie fest. "Manchmal klappt das, manchmal nicht." Indes könne man im Familienbetrieb auf die Erfahrung der Eltern zurück greifen, "man bekommt schon als Kind die Gespräche über Freud und Leid mit", von Anfang an steckt man in der Lebensschule zum Unternehmertum. Früher seien Frauen in die Nachfolge eines Handwerksbetriebes gar nicht miteinbezogen worden, heute "steht einem als Frau alles offen, wenn man das will", so Sachs.

Auch wenn der "Männeranteil" im Unternehmergymnasium in jedem Jahrgang überwiegt – heuer freut man sich über 30 "Hoffnungsträger" aus Pfarrkirchen, wie Schulleiter Peter Brendel verriet, und sieben Schülern vom Gymnasium in Berchtesgaden. Weil die Zusammenarbeit mit den Oberbayern gut via Skype funktioniere und das dortige Team engagiert am Projekt mitarbeitet, gab es den U-Gym-Award in diesem Jahr für die Kollegen in Berchtesgaden. Stellvertretend nahmen ihn Rasmus Noeske und Lehrerin Elisabeth Wendl entgegen. Nach der Vorstellung der neuen Unternehmensschüler wurde "Networking" betrieben – von Tisch zu Tisch machte man sich auf die Suche nach einem Paten für die Reise durchs Unternehmertum.
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