Fahrten

Buckelwiesen zum Anbeißen & Smartphone-Fasten - eine Woche Schullandheim für unsere drei fünften Klassen in Mittenwald

„Ehrenmann“ oder „Ehrenfrau“ wird zum geflügelten Wort dieser Fahrt: So will man als Fünftklässler gerne genannt werden. Mit diesem Prädikat zeichnet man nämlich jemanden aus, der es „drauf hat“, cool, verantwortungsbewusst und grundständig bescheiden zu handeln. Genau darum geht es bei allen Aktivitäten im Klassenverband: Handlung mit Haltung zu verbinden, spielerisch und zugleich ernst. Der Hochseilgarten an der Isar fordert von allen viel Geschick, Kraft und Mut: Sich hinauf trauen und Zutrauen zu sich selbst entwickeln, eigene Bewegungsfreude ausleben, zugleich Schwächere zum Weitermachen motivieren. Es gilt, sich auszuprobieren. Das Resultat ist nebensächlich. Scheitern gibt es nicht. Wer umkehrt, beweist eigene Größe.

Zurück auf festem Boden geht es über die Buckelwiesen zum Wildkräutersammeln für die selbstgeschlagene Kräuterbutter. Dabei lernen wir unter anderem, dass Spitzwegerich nicht nur gut schmeckt, sondern bei allem Möglichen hilft: vom Mückenstich bis zur Schnittwunde. Ein Tipp zur rechten Zeit, denn so können viele von uns ihre akuten Mückenstiche sofort lindern. Danach schmeckt der selbstverdienten Mittagssnack, das gesunde Butterbrot, gleich noch besser.

Einmal Robin Hood sein? Beim Bogenschießen sind Ruhe, Konzentrationsfähigkeit und innere Balance gefragt - mit der richtigen Einstellung gelingt die Selbstversenkung selbst bei nassem Wetter ungetrübt, schließlich dürfen die Schüler dann laut eigener Erkenntnis „Regenbogen schießen“. Dass man gemeinsam schwierige Aufgaben lösen kann, wenn man aufeinander achtgibt, miteinander tüftelt und so zusammen stark ist, das zeigt die Outdoor-Rallye.

Turbulent geht es beim Erfinden von Eierfluggeräten zu. Da zerbricht schon das ein oder andere Ei beim Bau. Letztendlich werden aber doch raffinierte Flugmodelle vorgestellt, die den Ei-genten heil aus dem ersten Stock zu Boden schweben lassen.

Während der Nachtwanderung in der Natur erproben wir zusammen zu schweigen, auf Gehör- und Tastsinn zu vertrauen und ein Wegstück ganz allein zurückzulegen. Tagsüber dagegen erkunden wir „lautstark“ den kleinen, historisch bedeutsamen Ort Mittenwald anhand einer Rallye.

Das Soziale Lernen unter dem Motto „Du musst nicht meine Kerze löschen, damit deine besser brennt“ reflektiert den respektvollen Umgang miteinander. Zuerst sammeln wir „Fertigmacher“, also drastische Äußerungen, die verletzend oder entmutigend sind. Erstaunlich, wie leicht das fällt, wie viele Kränkungen jeder schon erlebt hat. Nach einem regen Austausch darüber werden sie im Papierkorb vernichtet. Erklärtes Ziel ist es, dass Teams „Aufbauer“ sammeln, die für eine positive Haltung stehen. Hier ein Auszug: „Schön, dass es dich gibt!“, „Du bist super, wie du bist!“, „Fehler können jedem passieren, probier’s noch mal!“ Zum Abschluss gibt es für jeden persönliche Komplimente „to go“ – auf einem Blatt. Zur Nachlese an „dunklen“ Tagen.

Allabendlich kann jeder nach Lust und Laune aus einem Strauß von Angeboten wählen: Mantramalen im Raum der Stille, Gesellschaftsspiele, Singen oder Tischtennis. Übrigens, das Smartphone-Fasten allerseits hat sich als sehr bekömmlich erwiesen. Im Hier und Jetzt zu sein, sich zu begegnen – das sind wertebasierte Prioritäten. Die Schüler sagen dazu: „Ich war froh, dass ich nicht abgelenkt war durch Spiele oder Chats, wir haben uns voll viel unterhalten.“

Ehrensache für Ehrenmann und Ehrenfrau.

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