Fahrten

LOTA-Kulturreise nach Nürnberg und Regensburg

Für sechs Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse, die allesamt letztes Jahr am schulinternen Sprachenwettbewerb „Lord of the arts“ (LOTA) teilgenommen hatten, ergab sich auf Organisation von Schulleiter Andreas Schöberl und Frau Eichinger die Möglichkeit, vom 25. bis 27. September 2019 eine Kulturreise nach Nürnberg und Regensburg zu unternehmen. Bereits im vergangenen Schuljahr hatten die Schüler mit ihren Projekten für LOTA die gesamte Jury beeindruckt. Das frei wählbare Themenfeld der Projekte erstreckte sich von selbst geschriebenen Radiobeiträgen bis hin zu einem ganzen Stilratgeber, der im Zuge einer Modenschau präsentiert wurde. Da alle Teilnehmer tolle Arbeit geleistet und ihre Projekte zum Abschluss gebracht hatten, fiel dem Komitee die Bewertung sehr schwer, was schließlich zu dem Entschluss, für alle Teilnehmer eine Kulturreise zu veranstalten, führte.

Mit einem Kleinbus ging es am Mittwochmorgen los nach Nürnberg. Dort angekommen, hatten die Schüler Gelegenheit, die Nürnberger Altstadt selbst zu erkunden, bevor sie an einer Führung im Historischen Kunstbunker teilnahmen. Der Kunstbunker liegt direkt unter der Nürnberger Kaiserburg in einem alten Kellergewölbe und wurde kurz nach Beginn des 2. Weltkrieges als Kunstdepot von den Nationalsozialisten geschaffen. Während des Krieges waren dort bedeutsame Artefakte wie zum Beispiel die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches eingelagert, wo sie - anders als große Teile der Nürnberger Altstadt - den Krieg unbeschadet überstanden. Aus diesen gleich in zweierlei Hinsicht düsteren Räumen ging es weiter zum Abendessen und danach zur heiteren Abendveranstaltung - ein Poetry Slam im Kulturzentrum „Südpunkt“ stand auf dem Programm. Das gebotene Wortgefecht mit anschließender Siegerehrung begeisterte nicht nur die Teilnehmer der Exkursion, sondern auch alle anderen 250 Anwesenden.

Nach dem Frühstück im Hotel nahmen die Schüler die Fahrt nach Regensburg auf sich. Dort angekommen, führte Frau Eichinger die Gruppe durch die Regensburger Innenstadt mit den vielen Geschäften und alten Gebäuden. Im Vergleich zu Nürnberg wurde Regensburg im 2. Weltkrieg nämlich deutlich weniger stark beschädigt, weshalb bis heute noch viele mittelalterliche Häuser stehen. Nach dem Abendessen durften die Schüler im „Theater am Haidplatz“ einer Aufführung des Schauspiels „Am Königsweg“ der österreichischen Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek beiwohnen. Unmittelbar nach Ende der Vorstellung konnten die Teilnehmer noch das Lichtspektakel am Regensburger Dom bewundern, der zur Zeit anlässlich des 150. Jubiläums der Türme mit Scheinwerfern bunt angestrahlt wird. Zeitgleich zur Illumination laufen Musik und Erzählungen über die Geschichte des Doms. Der anschließende Aufenthalt in einer der zahlreichen Regensburger Bars eignete sich hervorragend, um sich noch über das Theaterstück und die Lichtshow auszutauschen und den Abend ausklingen zu lassen.

Ausgeschlafen stand am Freitagvormittag der letzte Programmpunkt an: eine Stadtführung mit dem Motto „Grüß Gott, Salam, Schalom“. Thema war das Zusammenleben der drei Religionen Christentum, Judentum und Islam in Regensburg. Die Führerin wusste von der Existenz eines jüdischen Viertels in Regensburg, das auf Beschluss des Rates der Stadt Regensburg 1519 dem Erdboden gleichgemacht wurde, genauso zu berichten wie vom Bau der neuen Synagoge unweit der Altstadt. Heute leben die drei Religionen in Regensburg friedlich zusammen. Nachdem die Schüler noch Gelegenheit hatten, den Dom von innen zu erkunden, trat die Gruppe die Heimfahrt nach Berchtesgaden an, wo sie gegen 16 Uhr eintraf. Der besondere Dank aller Teilnehmer gilt Herrn Schöberl und Frau Eichinger, die diese großartige Kulturreise organisiert haben.

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Witaj Krakow! Hallo Krakau!

Am 06. April 2019 begann früh, um 6 Uhr morgens, die Studienfahrt für uns nach Krakau. Mit dabei Herr Langer und Frau Fuchs. 789 km und knapp 11 Stunden später waren wir in Krakau angekommen. Nachdem wir in unserem sauberen und sehr zentrumsnahen Hostel eingecheckt hatten und unsere Zimmer bezogen hatten, zeigte uns Herr Langer den Weg in die Innenstadt. Am Marktplatz angekommen trennten sich die Wege der Schüler und der Lehrer und wir Schüler sind erstmal gut polnisch essen gegangen. Rechtzeitig um 23 Uhr haben wir uns, wie jeden Abend, im Hostel wieder eingefunden. Am nächsten Tag machten wir eine Stadtführung mit Herrn Langer als Stadtführer. Er zeigte uns die gigantischen Tuchhallen, sowie viele verschiedene Kirchen, wie zum Beispiel die Marienkirche am Hauptplatz und die Burg Wawel. Nach einem Eis durften wir Schüler ab Nachmittag wieder selber die Stadt unsicher machen.

Der dritte Tag startete nach dem Frühstück mit einer kleinen Bustour rundum Krakow. Wir besuchten Nova Huta, dort auch die bekannte Kirche Arche Gottes, und machten uns ein Bild von dem sozialistisch geprägten Stadtteil Krakaus. Danach besuchten wir den Wallfahrtsort am Kalvarienberg. Das Wetter war traumhaft, um die schöne Kirche mit dem Kloster zu besichtigen. Auf der Rückfahrt besichtigten wir noch das Dorf Lanckorona, das aus Holzhütten besteht.

Am Dienstag machten wir einen Ausflug ins Judenviertel. Wir besuchten verschiedene Synagogen und den jüdischen Friedhof. Besonders die männlichen Schüler hatten bei dem Besuch der Synagogen ein Schmunzeln im Gesicht, da sie selbstverständlich eine Kippa tragen mussten. Beim Polenmarkt war dann auch für unsere hungrige Mägen was dabei. Der krönende Abschluss war die Besichtigung der Marienkirche. Der 650 Jahre alte Glockenturm bot uns einen spektakulären Ausblick über Krakau. Am 09.04 machten wir uns nach Ausschwitz - Birkenau und Ausschwitz I auf. Die Stimmung von uns Schülern war ziemlich bedrückt, als wir der Führerin zuhörten und sie uns das Ausmaß der Schrecken des Nationalsozialismus zeigte. Sie zeigte uns von der Rampe über die Baracken bis zur Gaskammer die damalige Realität der Gefangenen. Mit gedämpfter Stimmung kamen wir am frühen Abend im Hostel wieder an und ließen den Abend ruhig ausklingen. Der sechste Tag wurde mit einem Besuch im Krakauer Kunstmuseum eröffnet. Nach einem Rundgang machten wir es uns im anliegendem Cafe bequem, bis wir wieder zurückfuhren, damit wir den letzten ganzen Tag nochmal nutzen konnten um die Stadt zu besichtigen. Und dann war es eh schon wieder so weit! Die Abreise stand am 12. April vor der Tür. Nach einer fantastischen Zeit mit Freunden waren doch alle froh, nach 12 Stunden Fahrt wieder in unserem geliebten Berchtesgaden angekommen zu sein. Ein großes Dankeschön an unsere Lehrer und an unserem Busfahrer Uwe, die uns diese unvergessliche Reise ermöglicht haben.
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¡La cuenta, por favor!

Nach 13 Tagen Studienfahrt mit unseren Lehrern Frau Weigl und Herr Hornung schwärmen wir vom wunderschönen Andalusien. Dessen ungewohnter und interessanter Dialekt „andalú“, bei dem besonders das „s“ am Wortende gerne verschluckt wird, ist nur eine von vielen Besonderheiten, die der Süden Spaniens zu bieten hat. Kurz vor Ostern hatten wir die Möglichkeit, einen Einblick in die Vorbereitungen auf die „Semana Santa“ zu bekommen, dem wichtigsten kirchlichen Fest für viele Spanier. Neben den christlichen Bestandteilen der Kultur zeigen sich in Andalusien auch heute noch arabische Einflüsse, z.B. in der Kunst, der Architektur und dem Essen: sowohl Flamenco, Fliesen als auch Tapas weisen die unterschiedlichen Wurzeln auf. Wir haben auf unserer Rundreise durch Andalusien jedoch nicht nur jede Menge Kultur genossen, sondern auch Sport gemacht: „¡Deporte, chicos!“ war ein Leitspruch, zum Beispiel bei einer Rallye durch Ronda, bei der wir mit Hinweisen der Lehrer selbst die Landschaft erkunden sollten. Zur Stärkung nach der Anstrengung profitierten wir von den leckeren spanischen Gerichten, die wir an geselligen Abenden zum Teil selbst zubereitet haben. Dazu zählen Tapas, Salmorejo, alkoholfreie Sangría, etc. Insgesamt konnten wir uns etwas von der spanischen Lebensweise abschauen, indem wir auf spanische Art geteilt haben – sowohl das Essen als auch die Rechnung. Die gemeinsamen Erlebnisse haben uns einander nähergebracht und so teilen wir auch hier gern die gemeinsamen Momente. Por eso, ¡la cuenta, por favor!
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Die erste Juniorwahl am GymBGD

Am 8.Oktober fand am Gymnasium Berchtesgaden die Juniorwahl 2018 statt, die eine Simulation der Landtagswahl in Bayern ist. Die Jahrgangsstufen neun bis zwölf (insgesamt 215 Schülerinnen und Schüler) nahmen mit großem Interesse daran teil. Bevor die Schülerinnen und Schüler zum Wählen aufgerufen wurden, informierten die Wahlhelfer über die einzelnen, zu wählenden Partein. So kamen wir in unserer Schule zu dem Ergebnis: Grüne 34%, CSU 20%, Freie Wähler 9,8%, SPD 8,9%, FDP 8,4%, Linke 5,6% und MUT 5,1%
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Motivation ist die Voraussetzung - Extrem-Bergsteiger Thomas Huber referiert im Berchtesgadener Gymnasium

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ ein Vortrag des Extrem-Bergsteigers Thomas Huber vor den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Berchtesgaden. Huber hielt mit vielen Fotos und Videoeinspielungen seiner vielfältigen Bergfahrten ein Referat über seine Arbeit im Gebirge. Die Schülerinnen und Schüler waren tief beeindruckt, denn Huber gelang es alle in seine Abenteuerwelt zu entführen. Anhand von geglückten Aktionen, aber auch Rückschlägen vermittelte Thomas Huber ein reichhaltiges Spektrum der Bergfahrten von sich, seinem Bruder Alexander und mehreren Expeditionsteams. Im Mittelpunkt von Hubers Ausführungen standen die Motivation und sich auch nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Die Schulleiter Andreas Schöberl und Markus Spiegel-Schmidt dankten Thomas Huber für die eindrucksvolle Darbietung.
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„Mehr Schwarz als Lila“ - Autorin Lena Gorelik liest aus ihrem neusten Roman, der für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 nominiert ist

So klingt es, wenn die 37-Jährige daran zurückdenkt, wie es sich anfühlt, anders zu sein, als sie 1992 mit elf Jahren und mit ihrer russisch-jüdischen Familie aus St. Petersburg nach Deutschland kommt: „Erinnerungen, die. Unsere Erinnerungen legen wir uns zurecht in erzählbare Geschichten. Ich hatte mir auch eine zurecht gelegt und ich achtete darauf, sie so zu erzählen, dass man lachen durfte über mein Unglück: Wenn ich gefragt wurde, wie es war, neu in einem Land zu sein und die Sprache nicht zu verstehen, so erzählte ich, anfangs habe ich die Schulfächer, aufgrund nicht vorhandener Sprachkenntnisse, anhand der verschiedenfarbigen Heftumschläge unterschieden: Montags hatte ich gelb, blau, zwei Mal rot, und dann grün.“ (aus: „Freitext: Zeit online“, April 2018)

Ankommen, das, ist ihr längst gelungen: Seit ihrem ersten Roman „Meine weißen Nächte“ (2004), der als der „beste neue Roman über Deutschland“ gelobt wurde (Vgl. „Magazin bücher“), ist die 37-Jährige mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Bayerischen Kulturförderpreis.

Auch in der Aula des Gymnasiums Berchtesgadens verschafft sie sich mit ihrer eindringlichen Stimme Gehör unter den 8.-11. Jahrgangsstufen, als sie aus ihrem 2017 veröffentlichten Roman „Mehr Schwarz als Lila“ liest. Ihr Schreibstil steht für die Gedankenwelt von Alex – jugendlich, manchmal kantig und unfertig, aber auch für die „vertrackte“ Geschichte, wie es Alex ausdrückt. Lena Gorelik geht in dem insgesamt handlungsarmen Roman der Frage nach, was passiert, wenn Liebe Raum in einer engen Freundschaft einfordert. Als sich zwei Jugendliche in Auschwitz, an einem bewusst plakativen Ort, (unangebracht) küssen und einen Diskurs in den Sozialen Medien auslösen, verbindet die Autorin geschichtliche Elemente geschickt mit der Frage nach der Moral. Bei ihr dreht es sich grundsätzlich ums Erinnern, ums Anderssein, ums Außenseitertum. Dazu kommt ein weiterer Tabubruch, denn Alex liebt ihren Lehrer, einen unkonventionellen jungen Referendar – und somit steht die Frage im Raum: Hat jede Grenzüberschreitung Grenzen?

Und es bleibt Anstoß, der, zur entgrenzten Diskussion im Anschluss an die Lesung im kleinen Rahmen führt. Und übrigens, die Farben „Schwarz“ und „Lila“ sind 2018 nicht annähernd so wesentlich wie die Umschlagfarben für die Schulfächer in der Erinnerung, die.
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Wirbelwinde, weiße Wüsten, wilder Westen

Wieder einmal hatten Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Berchtesgaden die Chance auf ein spannendes, vierwöchiges Abenteuer in den USA. Je 16 Mädchen und Buben durften mit vier Lehrern auf eine großartige Studienreise durch den Südwesten und Westen der Vereinigten Staaten gehen.

Das Abenteuer begann in Atlanta. Dort bekamen wir schon einen Vorgeschmack auf das, was die USA in Sachen Größe zu bieten haben: die größten Fische der Welt, Walhaie, ziehen im riesigen Aquarium of Georgia zu Forschungszwecken ihre Runden durchs Wasser. Nach diesen maritimen Eindrücken ging es in das Coca-Cola Museum, in dem es eine Führung mit anschließender Verkostung aller Coca-Cola Produkte der Welt gab – manche von ihnen erwiesen sich als sehr gewöhnungsbedürftig! Etwas Geschichte erfuhren wir beim anschließenden Besuch beim Grab von Dr. Martin Luther King Jr., unser erster Kontakt mit der Bedeutung der “Civil Rights Movement“ (der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung) näher.

Und schon ging es weiter in den Westen nach Dallas (Texas). Wir besuchten den Ort, an dem John F. Kennedy erschossen wurde, ließen uns im zugehörigen Sixth Floor Museum auf die verschiedensten Verschwörungstheorien zu seinem Tod ein und lernten viel über JFKs Einfluss auf die Geschicke Amerikas. Im Museum of Modern Art gab es erstaunlicherweise eine bunte Mischung aus sehr vielen Epochen zu sehen, darunter auch sehr beeindruckende indianische Kunst. In Dallas hatten wir auch erstmals die Möglichkeit, in kleinen Gruppen richtig essen zu gehen, eine Chance, die wir mit Freude nutzten. Die erste echte outdoor activity wartete weitere sieben Stunden Autofahrt entfernt in Carlsbad, New Mexico, auf uns. Mittlerweile hatten wir bereits die zweite Zeitzone hinter uns gelassen und mussten die Uhren nun auf Mountain Time umstellen, acht Stunden hinter der deutschen Zeit. Die Carlsbad Caverns im Staat New Mexico stellten die erste Herausforderung in Sachen Wandern dar. Die Aufzüge funktionierten nicht; das bedeutete, dass wir neben dem sehr steilen Abstieg in diese fantastische Tropfsteinhöhle denselben Weg zurückzugehen hatten. Manch einer fragte sich nach dem Aufstieg, welche netten Überraschungen die Lehrer denn noch auf Lager hätten.

Die nächste Schönheit der Natur machte die Mühen dieser Wanderung mehr als wett: “White Sands National Monument“, die schneeweiße Wüste, in der immer der Klassiker unter den USA-Fahrt Fotos geschossen wird, die Dünensprünge in den warmen Sand. Am nächsten Ziel der Fahrt, in Tucson, Arizona, hielt die Natur etwas Besonderes für uns Berchtesgadener bereit. Es gibt hohe Berge, die durachaus an die Alpen erinnern, aber anstelle von Bäumen wächst dort eine sehr große Kakteenart namens “Saguaro“ (ausgesprochen “Sawaro“). Diese riesigen Gliederkakteen, die jeder aus vielen Western kennt, säumen dort alle Hügel und Berge und wirken wie aufgestellte Bleistifte. Die einheimischen Indianer glauben, jeder Saguaro verkörpere einen verstorbenen Indianer, der zurückkam und jetzt über die Menschen wacht. Im Sonora Desert Museum, einem mitten in der Wüste gelegenen Freilandmuseum, lernten wir alles über die Fauna und Flora dieser Wüste, die sich als sehr grün und alles andere als unwirtlich oder leblos erwies. In Tucson erwartete uns auch noch eine der längsten Wanderungen der Fahrt. Diese ging durch die Berge der Sonora Wüste, in der weit und breit nur Kakteen wachsen. Amüsiert stellten wir fest, was für einige von uns zur Grundausrüstung beim Bergwandern gehört: Feuchttücher, Giftsauger, mehrere Paar Shorts – manche von uns hatte wirklich die unnötigsten Dinge dabei.

Am nächsten Tag erlebten wir die Verrücktheit Amerikas in ihrer reinsten Form: Wir fuhren zum Salvation Mountain, einem aus Lehm und Stroh erbauten Berg und mehreren Höhlen, die mit ihren bunten Farben aus der Flower Power Zeit übrig geblieben zu sein scheinen. "Jesus Loves You", so steht es überall dort geschrieben. Auch Heidi Klum und ihren zukünftigen Topmodels war der Ort vor ein paar Jahren schon ein Fotoshooting wert. Nach einem kurzen Hike auf den Ryan Mountain im Joshua Tree National Park freuten wir uns auf den Spaziergang über den berühmten Walk of Fame und einen Besuch im Hard Rock Café. Nach diesem kurzen Stop in Los Angeles lag schon das neue Ziel vor uns: San Francisco. Als wir am Hotel ankamen, war es bitterkalt für uns sonnenverwöhnte Reisende, da wir in den letzten Tagen nur hohe Temperaturen genossen hatten. Unser erstes Ziel? Die Golden Gate Bridge natürlich! Wir fuhren unverzüglich dorthin und wurden anfangs sehr enttäuscht, denn starker Nebel waberte um die Brücke und machte die Aussicht eher mäßig. Am nächsten Tag, dem Ostersonntag, konnten wir sie jedoch bei praller Sonne in ihrer ganzen Pracht bewundern. Viele von uns fuhren vorher zu einem amerikanischen Ostergottesdienst in eine katholische, asiatische Gemeinde, die uns mit offenen Armen empfing. Der Pfarrer begrüßte uns ausdrücklich, sprach von deutschem Bier und Fußball und vermittelte uns das Gefühl, dort sehr willkommen zu sein. Nach einem Drink bei Starbucks gab es für uns alle im Hotel eine kleine Oster-überraschung: Kleine Cupcakes und gefüllte Plastikostereier waren in den Vans verteilt worden und mussten gefunden werden ("egg hunt", wie die Amerikaner sagen). San Francisco selbst wurde von uns mittels der berühmten Cable Cars und zu Fuß besichtigt. Als aufschlussreich und sehr exotisch erwies sich unser Weg durch Chinatown und den dortigen Lebensmittelgeschäften. Andere Länder, andere Sitten – nie schien der Spruch so wahr wie dort. Nach einem Abstecher in den Big Basin Redwoods State Park, in dem wir von zwei Rangerinnen alles über diese höchsten Bäume der Welt erfuhren, ging es auch schon weiter zur wohl bekanntesten Wüste der USA: dem Death Valley. Nach einem Hike bei gefühlten 36° erahnten wir, woher das Tal des Todes seinen Namen hat. Trotzdem waren wir sehr beeindruckt von dem bunten Gesteinsschichten, aus denen das Valley besteht. Nach der Einsamkeit des Death Valley näherten wir uns am Abend dem blinkenden Lichtermeer der Wüstenstadt Las Vages. Zwei volle Tage Las Vegas mit Achterbahn, All-You-Can-Eat-Buffet, Frühstück bei Starbucks aber natürlich auch Hikes - ja, auch rund um Las Vegas gibt es hohe Berge – der State Park Valley of Fire und der Hoover Dam faszinierten uns.

Das galt auch für unseren nächsten Stop, dem Grand Canyon. Bis zur Mitte haben wir den Abstieg geschafft, weiter durften wir leider nicht gehen. Der Colorado River, der diesen Canyon geformt hat, bot uns auch an der Horseshoe Bend, angeblich einem der zehn schönsten Orte des Planeten, einen fantastischen Blick auf diese hufeisenförmige Schleife. Nach einem Fotostop im Monument Valley auf den Spuren von Forrest Gump bewunderten wir das Natural Bridges National Monument und erste Felsbauten der Anasazi Indianer im Hovenweep National Monument. Tags darauf In lockte der berühmte Arches National Park und am Abend zog uns der Sonnenuntergang auf dem Island in the Sky in seinen Bann. Angesichts der atemberaubenden Schönheit flossen hier auch gar manche Tränen. Der schönste Hike der Reise wartete in den Canyonlands auf uns: eine fast sechsstündige Wanderung mit Bergsteigen, Spaltendurchschreitungen und Schluchtüberquerung. Als kulturelles Highlight schauten wir uns am folgenden Tag die architektonischen Künste der Anasazi Indianer im Mesa Verde National Park an. Hier bauten die Indianer ganze Siedlungen in die steilen Canyonwände des Parks, um vor Angreifern geschützt zu sein. Auf der Weiterfahrt merkten wir, dass es deutlich nach oben ging: Wir fuhren durch Schnee, vorbei an Skiliften und Abfahrten, bis wir die Great Sand Dunes erreichten. Natürlich erklommen wir - oder zumindest einige von uns – die höchste Düne und ließen uns vom eisigen Wind sandstrahlen. Die Wüste liegt am Fuße der schneebedeckten Sangre de Cristo Mountains, deren Anblick Heimweh nach den Berchtesgadener Alpen erweckte.

Nach einem Zwischenstopp im Oklahoma City Memorial und Museum, das an den grausamen, 1995 von einem "patriotischen" Amerikaner verübten Terroranschlag (einer der schlimmsten Anschläge der Geschichte der USA) auf das Murrah Federal Building erinnert, fuhren wir weiter nach Conway in Arkansas. Auf der Fahrt wurde aus dem strahlend blauen Himmel auf einmal eine dichte Wolkendecke, in der sich immer bedrohlichere, schwarze Gewitterwolken auftürmten. Tornadowarnungen schrillten aus unseren Handys und dem Autoradio, doch wie alle anderen Fahrzeuge fuhren wir unbeirrt bis ins Hotel weiter. Auch Conway wurde an diesem Abend von Wirbelstürmen heimgesucht, deshalb mussten wir den Abend in der Hotellobby verbringen, um uns im Notfall auf den fensterlosen Toiletten in Sicherheit zu bringen. Glücklicherweise zog das Unwetter an uns vorbei und verschonte uns, aber ein beunruhigendes Gefühl blieb dennoch zurück. Nach der abenteuerlichen Nacht fuhren wir nach Memphis, wo natürlich Graceland und das Sun Studio nicht fehlen durften, schließlich ist die Stadt “Home of the Blues and the birthplace of Rock n’ Roll”. Aber da Memphis nicht nur in der Musikgeschichte eine große Rolle spielte, sondern auch einen bedeutenden Ort für die Civil Rights Movement darstellt, nutzten wir die Gelegenheit, um uns über dieses Thema im National Civil Rights Museum zu informieren. Das Museum wurde an dem Ort errichtet, an dem die Leitfigur der Bürgerrechtsbewegung, Dr. Martin Luther King, 1968 einem Attentat zum Opfer fiel. Als letzte amerikanische Stadt wartete New Orleans auf uns, wo just an diesem Tag ein riesiges Musikfestival am Ufer des Mississippi River stattfand. Wir teilten uns in Gruppen auf und erkundeten das Festival und auch das French Quarter, jenes alte, von den Franzosen erbaute Viertel, das heute als das Amüsierviertel der Vereinigten Statten gilt.

Leider verging unsere Zeit in den Vereinigten Staaten viel zu schnell, aber zum Glück trennten uns noch ein paar richtig coole Tage in Pensacola, Florida, mit Sonne, Strand und Meer vom Heimflug. Das Highlight war eine Kanufahrt auf dem Blackwater River, die nur die wenigsten trocken und ohne zu kentern überstanden – die Begleitlehrer ausgenommen. Wir besuchten ein Flugzeugmuseum auf einer Navy Base, die die Kunstflugstaffel der Blue Angels beherbergt. Zufälligerweise übten sie, als wir dort waren, und so ließen auch wir uns von sechs röhrenden Kampfflugzeugen in ihren Bann ziehen. Dann hieß es auch schon, unsere drei liebgewonnenen Vans ein letztes Mal zu beladen, zum Flughafen nach Atlanta zu fahren uns von den USA zu verabschieden. Die vier Wochen werden wir alle, dank der professionellen Reiseleitung, als eine unvergessliche, abenteuerliche und lehrreiche Zeit im Gedächtnis behalten. So eine Fahrt macht man nur einmal im Leben.

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Krakau, wir kommen!

Am 12. April fuhr ein Teil der 10. Klassen nach langem Warten endlich nach Polen. Nach einer lustigen, aber auch anstrengenden zwölfstündigen Busfahrt waren wir sehr froh, endlich in unserem schönen Hotel mitten im Zentrum von Krakau angekommen zu sein. Anschließend zeigten uns die Lehrer den Weg zum großen Marktplatz, wo wir dann in Kleingruppen unseren ersten Abend verbrachten. Am nächsten Morgen ging es für uns bei schönstem Wetter zu einer Stadtführung nach Krakau. Wir besichtigten die Marienkirche, die Tuchhallen, die Wawelburg sowie die Krakauer Universität, in der Herr Wörn studiert hat, und uns somit einige interessante Fakten über Krakau erzählen konnte. Nach einer Mittagspause stiegen dann einige auf den Turm der Marienkirche und wurden mit einem tollen Ausblick über die Altstadt belohnt. Am Samstag machten wir uns auf den Weg ins jüdische Viertel Kazimierz, in dem wir eine Synagoge, die zu einem Museum umgebaut wurde, besuchten und uns anschließend am jüdischen Marktplatz typisch polnische Baguettes kaufen konnten. Zusammen gingen wir zurück in die Stadt und hatten den restlichen Tag bei 23 Grad zur freien Verfügung.

Am dritten Tag wurde uns eine interessante, aber auch erschütternde Führung durch Auschwitz I und Auschwitz II - Birkenau präsentiert. Wir bekamen viele Eindrücke, die teilweise sehr berührend waren. Den Tag darauf machten wir ein Bustour um Krakau. Zuerst fuhren wir zur sozialistischen Musterstadt Krakaus, Nowa Huta, und zu deren Kirche Arka Pana. Anschließend brachte uns unser Busfahrer Gottfried zum Kalvarienberg, einem polnischem Wallfahrtsort mit einer beeindruckenden Kirche und einem Kloster. Zuletzt besuchten wir das kleinesLanddorf Lanckorona, welches das komplette Gegenteil zum bevor besichtigten Stadtteil Nowa Huta war. Am letzten Tag besichtigten wir das Schindlermuseum, welches sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet ist. Wir bekamen den ganzen Nachmittag Freizeit, bis wir alle zusammen in einem typisch polnischem Restaurant den letzten Abend verbrachten.

Am 18. April ging es dann leider wieder Richtung Berchtesgaden zurück. Die Polenfahrt war für uns alle eine wunderschöne Fahrt mit vielen neuen Eindrücken und schönen Erinnerungen. Deswegen möchten wir uns bei Frau Foti, Herrn Wörn und besonders bei Herrn Langer, die uns diese tolle Fahrt ermöglicht haben, bedanken. Vielen Dank auch an unseren Busfahrer Gottfried, der unser überall sicher hinbrachte.
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